Qualitätsvereinbarung für Rohstoffe

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Qualitätsvereinbarung für Rohstoffe

Geltungsbereich

Diese Qualitätsvereinbarung gilt für alle an ARYZTA zu liefernden Rohstoffe.

Grundsatz

Der Lieferant steht dafür ein, dass alle von ihm an ARYZTA gelieferten Produkte bzw. die zu deren Herstellung verwendeten Ingredienzen sowie die Verpackung allen zum Zeitpunkt der Lieferung geltenden nationalen und europarechtlichen Bestimmungen entsprechen und die individuellen Anforderungen, gemäß Spezifikationen, erfüllen.
ARYZTA erhält vor erster Belieferung einen gültigen Nachweis der Registrierung als Lebensmittelproduzent / Lebensmittelhändler. Diese Forderung entfällt, sofern ARYZTA bereits ein solches Dokument vorliegt.

Der Lieferant sichert ausdrücklich die konstante Einhaltung der in der Spezifikation vereinbarten sensorischen, chemischen, physikalischen und mikrobiologischen Qualitätsparameter zu.

Insbesondere sichert der Lieferant bei der Lieferung von Produktrohstoffen für die Herstellung von Lebensmitteln ausdrücklich zu, dass diese gemäß sämtlichen europäischen und nationalen lebensmittelrechtlichen Vorschriften uneingeschränkt verkehrsfähig sind. Er versichert zudem, dass ihm keine Beanstandungen der zuständigen Behörden im Hinblick auf die Verkehrsfähigkeit der gelieferten Vertragsprodukte bekannt sind.

Der Lieferant verpflichtet sich, ARYZTA unverzüglich schriftlich zu informieren, sobald die Verkehrsfähigkeit der gelieferten Vertragsprodukte von den zuständigen Behörden beanstandet wird oder sobald Vertragsprodukte ihre Verkehrsfähigkeit verlieren, gleichgültig, woraus der Verlust der Verkehrsfähigkeit resultiert.

Qualität, Hygiene, Rückverfolgbarkeit

Zur Gewährleistung der Produktqualität und der Erfüllung der für die Vermarktung verbindlichen Anforderungen verpflichtet sich der Lieferant, bei der Herstellung, insbesondere bei der Gestaltung der Produktionsumgebung und Produktionsabläufe, die Regeln der Guten Hygienepraxis (GHP) einzuhalten und ein HACCP-Konzept anhand der Maßgaben des Codex Alimentarius sowie anderer qualitätsrelevanter Vorschriften zu unterhalten.

Zum Zwecke der Einhaltung aller relevanten Bestimmungen wird er entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen durchführen und diese dokumentieren. Dabei werden sämtliche Prozesse zu Herstellung, Lagerung und Transport der Ware gesichert.

ARYZTA erhält vor erster Belieferung den HACCP-Prüfplan inklusive CPs und CCPs mit Toleranz- bzw. Grenzwerten und behält sich das Recht vor, die Einhaltung der vorgegebenen Qualitätsbedingungen nach vorheriger Absprache selbst oder durch einen beauftragten Dritten vor Ort zu prüfen.

Der Lieferant versichert die Einhaltung der aktuellen gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen und Forderungen zur Hygiene, insbesondere dem EU-Lebensmittelhygiene-Paket und hierbei vor allem die Einhaltung der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene in aktuell gültiger Fassung.

Der Lieferant gewährleistet die jederzeitige und vollständige Rückverfolgbarkeit der gelieferten Produkte gemäß VO (EG) Nr. 178/2002 in Verbindung mit VO (EG) Nr. 931/2011. Er stellt sicher, dass von jeder gelieferten Charge ein Rückstellmuster gezogen und bis mindestens einen Monat nach Ablauf des MHD aufbewahrt wird.

Herkunft

Der Lieferant bezieht alle Rohstoffe bzw. Rohstoffzutaten, insofern entsprechende Ressourcen vorhanden sind, aus dem jeweils eigenen Land und ferner aus Ländern der Europäischen Union. Bezüge aus Nicht-EU-Ländern bedürfen der vorherigen schriftlichen Zustimmung von ARYZTA.

Die geographische Herkunft der Zutaten ist in der zugehörigen Spezifikation ländergenau anzugeben und Änderungen sind ARYZTA unverzüglich mitzuteilen.

GVO

Der Lieferant sichert ausdrücklich zu, dass gelieferte Produkte keine genetisch veränderten Organismen (GVO) enthalten oder aus GVO hergestellt wurden oder Zutaten enthalten, die aus GVO hergestellt wurden, einschließlich Zusatzstoffen, Trägerstoffen und Aromen und somit nicht nach den Verordnungen VO (EG) Nr. 1829/2003 und VO (EG) Nr. 1830/2003 kennzeichnungspflichtig sind. Ausgenommen hiervon sind zufällige oder technisch unvermeidbare Kontaminationen mit in der EU zugelassenen GVO bis zum gesetzlich festgelegten Schwellenwert (gemäß den zum Zeitpunkt der Lieferung geltenden nationalen und europarechtlichen Bestimmungen).

Bei Rohstoffen bzw. Unterzutaten, welche aus Ländern oder Regionen stammen, in denen auch genetisch veränderte Varietäten der betreffenden Ausgangsstoffe für kommerzielle Zwecke genutzt werden, sind Identity Preserved (IP) – Systeme für nicht genetisch veränderte Organismen eingerichtet und werden angewendet.

Dazu gehören z.B. auf der Basis von Mais hergestellte Rohstoffe wie Citrate, Zitronensäure, Ascorbinsäure, modifizierte Stärke, Dextrose und Glucosesirup sowie je nach geographischer Herkunft auch auf Raps- oder Reis-Basis hergestellte Rohstoffe.

Aktuell gültige IP-Zertifikate werden ARYZTA unaufgefordert zugesandt.

Liegen zu den genannten Rohstoffen bzw. Rohstoffzutaten keine IP-Zertifikate vor, so erhält ARYZTA zu jeder Lieferung chargenbezogene PCR-Analysen, die den GVO-Status dieser Rohstoffe belegen. Ergibt die PCR-Analyse ein positives Ergebnis, welches über dem aktuell in der EU zugelassenen Schwellenwert liegt oder wird ein nicht zugelassener GVO identifiziert, erfolgt eine sofortige Sperrung und Zurückweisung des Rohstoffs.

Allergene

Der Lieferant bestätigt, dass im Rohstoff enthaltene Allergene gemäß Verordnung (EU) Nr.
1169/2011 (Lebensmittelinformationsverordnung) kenntlich gemacht werden.

Der Lieferant bestätigt zudem, dass bei der Lieferung von Rohstoffen die standortspezifischen Anforderungen an Allergene gemäß Anlage 1 eingehalten werden.

Nährwerte

Folgende Nährwertangaben sind in der Spezifikation mindestens anzugeben

  • Brennwert (kJ / kcal)
  • Kohlenhydrate (g)
    • davon Zucker (g)
  • Protein (g)
  • Fett (g) und davon
    • gesättigte Fettsäuren (g)
    • einfach ungesättigte Fettsäuren (g)
    • mehrfach ungesättigte Fettsäuren (g)
    • Transfettsäuren (g)
  • Ballaststoffe (g)
  • Natrium (g)
  • Salz

Der Transfettsäuregehalt eingesetzter Fette im Rohstoff beträgt < 2%. Ausgenommen hiervon sind Produkte mit einem natürlich höheren Transfettsäuregehalt (z.B. Butter).

Zusatzstoffe

Grundsätzlich gilt: Der Einsatz jeglicher Zusatzstoffe ist auf das niedrigste technologisch notwendige Maß zu beschränken und natürliche Alternativen werden wann immer möglich verwendet.

Verwendete Zusatzstoffe entsprechen der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 sowie den nationalen Bestimmungen, jeweils in aktuell gültiger Fassung.

  1. Nicht erlaubt ist der Einsatz von Geschmacksverstärkern, Hefeextrakt, Würze, künstlichen Farbstoffen, künstlichen Süßstoffen sowie Konservierungsstoffen, die Benzoate enthalten – weder als Zutat bzw. Unterzutat, noch als Verarbeitungshilfsstoff.
  2. Den Rohstoffen darf kein Cystein zugesetzt werden.
  3. Der Einsatz chemisch oder enzymatisch modifizierter Stärke (E1401 – E1452) ist grundsätzlich nicht erwünscht. Ausnahmen werden individuell gewährt, sofern der Hersteller die technologische Notwendigkeit begründen kann und keine Alternativen vorhanden sind.
  4. Die Verwendung von 1,2-Propandiol (Propylenglycol, E1520) ist nicht erlaubt.
  5. Enzyme

    Verwendete Enzyme entsprechen der Verordnung (EG) Nr. 1332/2008 sowie den nationalen
    Bestimmungen, jeweils in aktuell gültiger Fassung.

    Alle verwendeten Enzyme müssen in der Rohstoffspezifikation aufgeführt werden. Folgende Informationen werden benötigt:

    • Bezeichnung (z.B. α-Amylase) und EC-Klasse (z.B. 3.2.1.1)
    • Funktion (z.B. Mehlbehandlungsmittel)
    • Quelle (z.B. natürlich vorkommender Bakterienstamm, Aspergillus oryzae)

    Der Einsatz gentechnisch modifizierter Enzyme ist, wenn möglich, auszuschließen.

    Der Einsatz des Enzyms Transglutaminase in der Produktion von Fleisch- und Wurstwaren ist nicht erlaubt.

    Aromen

    Es dürfen ausschließlich nur natürliche Aromen entsprechend der VO (EG) Nr. 1334/ 2008 Artikel 16 in aktuell gültiger Fassung verwendet werden. Der Einsatz natürlicher Aromen, die aus der namensgebenden Quelle hergestellt werden, wird dabei bevorzugt. Produktcharakteristische Aromen in Verbindung mit der Bezeichnung “natürlich” bestehen zu mindestens 95% aus dem namentlich in Bezug genommenen Ausgangsstoff (z.B. natürliches Vanille-Aroma), gemäß VO (EG) Nr. 1334/ 2008, Artikel 16, Absatz (4).

    Der Einsatz von Diacetyl und Piperonal in Aromen ist nicht zugelassen. Ausnahmen bezüglich Piperonal können nur in Absprache mit ARYZTA erfolgen.

    Folgende Aromastoffe sind explizit nicht erlaubt:

    • synthetische Raucharomen
    • synthetisches Vanillin
    • Ethylvanillin

    Rückstände

    Der Lieferant sichert ausdrücklich die Einhaltung der aktuell geltenden nationalen und europarechtlichen Regelungen zu Schadstoff-Rückstandshöchstmengen (v.a. hinsichtlich Pestiziden, Mykotoxinen, Schwermetallen, Pharmazeutika, Radioaktivität) sowie die Einhaltung zusätzlicher Anforderungen von ARYZTA gemäß Spezifikation zu.

    Der Lieferant versichert die Freiheit von pathogenen Stoffen und Mikroorganismen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

    Nanotechnologie

    Aufgrund der noch ausstehenden Entwicklung und potenzieller Risiken von Nanopartikeln darf zur Herstellung der gelieferten Produkte sowie deren Rohstoffen und Verpackungsmaterialien keine Nanotechnologie verwendet werden. Nanomaterial ist definiert als “ein natürliches, bei Prozessen anfallendes oder hergestelltes Material, das Partikel in ungebundenem Zustand, als Aggregat oder als Agglomerat enthält, und bei dem mindestens 50 % der Partikel in der Anzahlgrößenverteilung ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von 1 nm bis 100 nm haben”.

    Bestrahlung

    Es dürfen keine Rohstoffe eingesetzt werden, die mit ionisierenden Strahlen bestrahlt wurden oder
    deren Zutaten mit ionisierenden Strahlen bestrahlt wurden.

    Klonung

    Es dürfen keinerlei Rohstoffe tierischen Ursprungs eingesetzt werden, die von geklonten Tieren
    stammen.

    Spezifische Rohstoffe/Inhaltsstoffe

    Zur Sicherstellung der Produktauthentizität wird ARYZTA von gelieferten Produkten risikobasiert stichprobenartig Analysen relevanter Parameter, wie z.B. histologische Gutachten, Analysen zur Verwendung von Farbstoffen, Fremdtier-DNA-Bestimmung o.ä., anfordern. Die entstehenden Kosten trägt der Lieferant.

    Der Lieferant sichert zu, dass bei der Lieferung von Rohstoffen die spezifischen Anforderungen gemäß Anlage 3 eingehalten werden.

    Bio-Rohstoffe

    Alle an ARYZTA gelieferten BIO-Rohstoffe entsprechen den Verordnungen VO (EG) Nr. 834/2007
    und VO (EG) Nr. 889/2008, jeweils in aktuell gültiger Fassung.

    Für alle BIO-Rohstoffe gilt grundsätzlich, dass die Herkunft Deutschland bevorzugt, die Herkunft EU jedoch weitestgehend akzeptiert wird. Für Bio-Rohstoffe, auf die diese Regelung nicht anwendbar ist (z.B. Bio-Rohrzucker) wird durch ARYZTA rohstoffspezifisch von Fall zu Fall entschieden.

    Der BIO-Zertifizierungsstatus soll internetgestützt jederzeit einsehbar sein (z.B. Veröffentlichung durch Kontrollstelle).

    Über Änderungen des Zertifizierungsstatus (Re-Zertifizierung, Verlust o.Ä.) wird ARYZTA umgehend informiert.

    Lieferanten für BIO-Rohstoffe unterstützen den “Code of Organic Practice” der AFI (Anti-Fraud Initiative).

    Lieferanten für BIO-Rohstoffe stellen die Einhaltung folgender Anforderungen sicher:

    1. Sie selbst bzw. ihre Lieferanten nutzen nachhaltige Boden- und Wasserquellen.
    2. Sie selbst bzw. ihre Lieferanten nutzen geeignete Bewirtschaftungssysteme zur Förderung
      und Erhaltung der Biodiversität.

    Der BNN Orientierungswert von 0,01 mg/kg für alle chemisch-synthetischen Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmittel (ausgenommen der Stoffe gemäß Anhang II der VO (EG) Nr. 889/2008) für jede Substanz (jeden Wirkstoff) wird für gelieferte pflanzliche BIO- Rohstoffe nicht überschritten.

    Für aus mehreren Zutaten zusammengesetzte Rohstoffe gilt: Der Nachweis von mehr als 2 Substanzen / Wirkstoffen in einer Menge von ≥ 0,01 mg/kg führt zur Ablehnung des Rohstoffes.

    Folgende Anforderungen gelten ausschließlich kundenspezifisch:

    1. BNN- Orientierungswert: Der ermittelte Messwert gilt ohne die Berücksichtigung von
      Streubereichen.
    2. Für getrocknete Rohstoffe und / oder Zutaten davon gilt der halbe Wert der BNN-
      Trocknungsfaktoren oder aber gesetzlich festgelegte Faktoren, falls vorhanden.
    3. Der Kupfergehalt gelieferter BIO-Rohstoffe darf 1/3 des Grenzwertes für Kupfer gemäß der
      Rückstandshöchstmengenverordnung und der VO (EU) Nr. 396/2005 sowie deren
      Änderungsverordnungen nicht überschreiten.

    Mikrobiologische Prüfberichte sowie Prüfberichte zu Kontaminanten und Rückständen werden gemäß der in der zugehörigen Spezifikation vereinbarten Frequenz chargenbezogen zur Verfügung gestellt.

    Rückstandsanalysen werden risikoorientiert durch externe, akkreditierte Labore durchgeführt und auffällige Analysenbefunde werden der zuständigen Kontrollstelle gemeldet.

    Auf Basis einer Risikoanalyse führt der Lieferant wiederum Audits bei seinen Lieferanten durch, um die Einhaltung der Anforderungen an Öko-Betriebe sicher zu stellen.

    Kennzeichnung

    Alle gelieferten Produkte sind gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittel-
    Informationsverordnung) zu deklarieren.

    Alle Rohstoffe sind eindeutig identifizierbar. Sowohl die Loscodierung, als auch das Mindesthaltbarkeitsdatum sind auf dem Lieferschein, dem Paletten-Etikett sowie auf der Verpackung der Ware angegeben. Die Auslieferung erfolgt nach den Grundsätzen des First In/ First Out-Prinzips bzw. des First Expired/ First Out-Prinzips.

    Auf jedem Lieferschein ist mindestens die produktspezifische Artikelnummer des Lieferanten laut vorliegender Spezifikation anzugeben. Ist der Lieferschein gegebenenfalls lediglich mit der Artikelnummer eines Vorlieferanten bzw. Herstellers versehen, muss diese in der vorliegenden Spezifikation durch den Lieferanten hinterlegt worden sein.

    Transport und Anlieferung

    Beim Transport von Lebensmitteln sind die hygienischen Anforderungen an das Behandeln von Lebensmitteln gemäß der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene sowie nationale Regelungen einzuhalten. Insbesondere sind die Transportmittel sauber und instand zu halten und die erforderlichen Temperaturen beim Transport einzuhalten. Die entsprechenden Aufzeichnungen darüber sind ARYZTA bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. Fahrzeuge für den Transport von Lebensmitteln dürfen nicht für den Transport anderer Waren benutzt werden, wenn dadurch das Risiko einer nachteiligen Beeinflussung entsteht (z.B. durch Pflanzen, Chemikalien etc.).

    Der Lieferant verpflichtet sich gegenüber ARYZTA, die Güter zum Zwecke des Transports auf Paletten (= Ladungsträgern) zur Verfügung zu stellen und übergibt ARYZTA hierzu das Transportgut auf eigenen Paletten. Diese Paletten müssen für den Lebensmitteltransport geeignet sein. Grundsätzlich sind Waren nur auf H1-Paletten anzuliefern. Davon abweichende Ausnahmen werden in Abstimmung mit ARYZTA in den Spezifikationen vereinbart.

    An ARYZTA dürfen ausschließlich Rohstoffe, die mit einer Charge je Palette gepackt sind, geliefert werden. Ist diese Anforderung in Ausnahmefällen nicht umsetzbar, werden Paletten akzeptiert, auf denen maximal 2 Chargen gepackt sind. Hier ist jedoch eine hinweisende, eindeutige und klar erkennbare Kennzeichnung der Ware sowie der Lieferpapiere erforderlich.

    Der Lieferant gewährleistet während der Anlieferung die Einhaltung der vor Ort geltenden Hygiene- vorschriften und verpflichtet sich, Speditionen und Fahrer entsprechend zu instruieren.

    Anlieferung in Silos bzw. Tanks

    Die Lieferung darf nur in Silo- bzw. Tankfahrzeugen erfolgen, die für Lebensmitteltransporte zugelassen sind und ausschließlich dazu dienen. Der Einsatz von Mehrkammerfahrzeugen ist nicht erlaubt, es werden ausschließlich Lieferungen in Einkammer-Silos mit jeweils ca. 27 Tonnen Füllmenge verlangt (davon ausgenommen sind Anlieferungen im Werk 1, 06343 Mansfeld). Die Transportfahrzeuge müssen sich vor dem Befüllen in hygienisch einwandfreiem Zustand befinden. Reinigungszertifikate und die schriftliche Dokumentation der letzten zwei Frachten müssen vorgelegt werden. Die Verladeschläuche sowie deren Deckel dürfen nicht auf dem Boden abgelegt werden und sind regelmäßig zu warten und instand zu halten. Dies ist zu dokumentieren.

    Alle Produktzugänge und -ausgänge sind durch nummerierte Plomben gesichert. Die Plomben- Nummern sind auf dem Lieferschein zu dokumentieren. Sollte mindestens eine Plombe bereits geöffnet bzw. nicht vorhanden sein oder eine andere als die Nummer auf dem Lieferschein tragen, wird die Ware abgewiesen.

    Verpackung

    Rohstoffe dürfen ausschließlich in Verpackungen bzw. Verpackungseinheiten geliefert werden, welche zuvor in die zugehörige ARYZTA-Rohwarenspezifikation eingetragen wurden. Ausnahmen bedürfen in jedem Fall der Zustimmung von ARYZTA.

    Die Lieferung von Rohstoffen in der Verpackungseinheit Eimer ist generell nicht erwünscht. Ausnahmen bedürfen in jedem Fall der Zustimmung von ARYZTA.

    Produktberührende Kunststoffverpackungen (z.B. Inliner, Folien, sofern genehmigt: Eimer) haben bevorzugt eine blaue Farbe. Andere lebensmitteluntypische Farben sind in Absprache mit ARYZTA möglich.

    Papiersäcke und Plastikfolien, die für Rohstoffe als Umverpackung eingesetzt werden, müssen leicht zu öffnen sein und frei von Gummibändern sowie losen Fäden jeglicher Art.

    Das Vernähen von Papiersäcken ist eine unerwünschte Verschlussart und Alternativen werden bevorzugt. In Absprache mit ARYZTA ist in Ausnahmefällen auch der Einsatz von farbigem Garn zulässig.

    Für die Verpackung von Produkten dürfen keine Tackerklammern verwendet werden.

    Analysenzertifikate

    Analysenzertifikate eines akkreditierten Labors hinsichtlich der mikrobiologischen Beschaffenheit der gelieferten Rohstoffe sowie zu Rückständen von Mykotoxinen und Kontaminanten werden ARYZTA regelmäßig, entsprechend den in der Spezifikation vereinbarten Intervallen und/oder zusätzlichen Vereinbarungen, unaufgefordert zur Verfügung gestellt.

    Diese Analysenzertifikate sind generell mindestens mit der Artikelbezeichnung gemäß Spezifikation, der Artikelnummer (Lieferant / ARYZTA) sowie MHD bzw. Chargen-Nummer zu versehen.

    ARYZTA behält sich das Recht vor, Analysenzertifikate zusätzlich zu der in der Spezifikation vereinbarten Frequenz auch dann anzufordern, wenn sich Zweifel an der Beschaffenheit des gelieferten Rohstoffes ergeben sollten. Die Kosten dafür trägt der Lieferant.

    Standard-Zertifizierung

    Eine GFSI-Zertifizierung wird bevorzugt, allerdings nicht vorausgesetzt. Liegt jedoch eine
    entsprechende Zertifizierung vor, so gilt:

    Die Audit-Abweichungsberichte inklusive Korrektur- und Maßnahmenplänen sowie aktuelle Zertifikate der Standardaudits (z.B. IFS/BRC/FSSC 22000) sind ARYZTA bei Aktualisierung jeweils unaufgefordert zur Verfügung zu stellen. Alternativ besteht die Möglichkeit, ARYZTA den Zugang zu diesen Unterlagen über das entsprechende Internet-Portal zu gewähren (BRC: Site Code → 1369823; IFS: COID → 5492). Die Daten werden selbstverständlich mit Sorgfalt behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

    Für den Fall, dass keine GFSI-Zertifizierung vorliegt, gilt: ARYZTA behält sich hinsichtlich der Zulassung neuer Lieferanten die Entscheidung vor, ob eine Freigabe bereits nach Prüfung vorliegender Unterlagen möglich ist oder ob vorab die Durchführung eines Audits bei dem betreffenden Lieferanten notwendig ist. Diese Entscheidung wird risikobasiert entsprechend der zu liefernden Produkte sowie entsprechend den Angaben im Formblatt CA/7.70303 ‘Lieferantenselbstauskunft’ getroffen.
    Erfolgt die Lieferantenfreigabe ausschließlich nach Prüfung vorliegender Unterlagen, so wird bei der ersten Zulassung ein Rückverfolgbarkeitstest durchgeführt.

    Auditrecht

    Der Lieferant erklärt sein Einverständnis mit der Durchführung einer Auditierung durch ARYZTA und berechtigt diese, alle relevanten Verfahren, Einrichtungen und Aufzeichnungen, die für die Herstellung der Vertragsprodukte erforderlich sind, einzusehen. Dies gilt auch, soweit er Vertragsprodukte durch einen Dritten herstellen lässt, hinsichtlich der Auditierung im Werk des Dritten. Er verpflichtet sich, das Auditrecht beim Dritten umzusetzen. ARYZTA wird die Auditierung rechtzeitig vorab ankündigen, behält sich jedoch das Recht vor, bei Vorliegen wichtiger Gründe (z.B. Anhaltspunkte für Vertragsverstöße) auch unangekündigt ein Audit durchzuführen. ARYZTA ist berechtigt, die Auditierung durch einen beauftragten Dritten ausführen zu lassen. ARYZTA wird die aus der Auditierung erlangten Erkenntnisse vertraulich behandeln.

    Schlussbestimmungen

    Der Lieferant sichert die Umsetzung der in diesem Dokument genannten Anforderungen ausdrücklich zu.

    Für den Fall, dass der Lieferant ein Vertriebshändler ist und die an ARYZTA gelieferten Rohstoffe nicht selbst herstellt, verlangt er von seinen Lieferanten schriftlich eine gleichwertige Umsetzung aller oben genannten Forderungen. Vertriebshändler sind verpflichtet, ihre Lieferanten bekannt zu geben. Dies beinhaltet, dass von den tatsächlichen Herstellern ein Teil der Lieferantenselbstauskunft auszufüllen ist (Anlage 2 der CA/7.70303). Gegebenenfalls müssen GFSI Zertifikate der Hersteller vorliegen, es sei denn, das Handelsunternehmen ist entsprechend IFS Broker oder BRC Agents and Broker zertifiziert. Ein Wechsel dieser Lieferanten darf nur nach schriftlicher Zustimmung von ARYZTA erfolgen.

    Bei berechtigten Zweifeln an der Einhaltung der in dieser Vereinbarung genannten Verpflichtungen hat der Lieferant diese durch Vorlage von Analysenzertifikaten eines vereidigten Lebensmittelchemikers auf eigene Kosten nachzuweisen.

    Anlagen zu diesem Dokument können geändert werden und gelten jeweils in der aktuellen

    Die Regelungen dieser Qualitätsvereinbarung genießen Vorrang vor anderslautenden vertraglichen Vereinbarungen es sei denn, diese sind individuell zwischen den Vertragsparteien ausgehandelt.

    Anlage 1: Standortspezifische Allergenanforderungen

    Für die HIESTAND Deutschland GmbH gilt:

    Die Rohstoffe dürfen die Allergene Erdnüsse, Weichtiere, Krebstiere und/oder Fisch weder als Zutat, noch Spuren davon enthalten.

    Für die ARYZTA Bakeries Deutschland GmbH gilt:

    1. Generell gilt für alle Werke (inklusive der EBS GmbH): Die Rohstoffe dürfen die Allergene Erdnüsse, Weichtiere, Krebstiere und/oder Fisch weder als Zutat, noch Spuren davon enthalten. Die Rohstoffe dürfen das Allergen Lupine nicht als Zutat enthalten.
    2. Die Rohstoffe für die Werke 2, 3, 5 und 7 (alle am Standort Eisleben) sowie für die EBS GmbH (Standort Artern) dürfen das Allergen Schalenfrüchte weder als Zutat, noch Spuren davon enthalten.
    3. Die Rohstoffe für alle Werke in Eisleben (Werk 2, 3, 5, 6 & 7), in Nordhausen (Werk 4) sowie für die EBS GmbH dürfen keine Mengen an Schwefeldioxid und Sulfiten enthalten, so dass in unserem Endprodukt der Gehalt von 10mg/kg oder 10ml/l überschritten wird.
    4. Früchte und Gemüse dürfen generell nicht geschwefelt sein.

    Für die EBS GmbH gilt zusätzlich:

    Rohstoffe dürfen die Allergene Milch, Ei, Senf, Sellerie sowie Sesam nicht als Zutat enthalten.

    Anlage 2: Positivliste der Zusatzstoffe

    Folgende Zusatzstoffe sind erlaubt:

    E100KurkuminE160dLycopin
    E101(i)RiboflavinE161bLutein
    E101(ii)Riboflavin-5-PhospatE162Beetenrot, Betanin
    E140(i)ChlorophylleE163(i)Traubenschalen- Extrakt
    E150aEinfacher ZuckerkulörE163(ii)Anthocyanmischung
    E160cPaprika-Extrakt; Capsanthin; Capsorubin
    E200SorbinsäureE262iiNatriumhydrogenacetat
    E202KaliumsorbatE270Milchsäure
    E261KaliumacetatE290Kohlendioxid
    E262NatriumacetatE296Apfelsäure
    E262(i)Natriumacetat
    E300Ascorbinsäure (Vitamin C)E332(ii)Trikaliumcitrat
    E304AscorbinsäureesterE333Calciumcitrat
    E304(i)AscorbylpalmitatE333(i)Monocalciumcitrat
    E306TocopherolE333(ii)Dicalciumcitrat
    E307Alpha-TocopherolE333(iii)Tricalciumcitrat
    E322LecithinE334Weinsäure (L+)
    E325NatriumlactatE336Kaliumtartrat
    E327CalciumlactatE336(i)Monokaliumtartrat
    E330CitronensäureE336(ii)Dikaliumtartrat
    E331NatriumcitrateE341Calciumphosphat
    E331(i)MononatriumcitratE341(iii)Tricalciumphosphat
    E331(ii)DinatriumcitratE380Triammoniumcitrat
    E331(iii)TrinatriumcitratE392Rosmarinextrakt
    E332(i)Monokaliumcitrat
    E410JohannisbrotkernmehlE471Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren
    E414Gummi arabicumE472aMono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, verestert mit Essigsäure
    E415XanthanE472bMono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, verestert mit Milchsäure
    E418GellanE472cMono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, verestert mit Zitronensäure
    E440(i)PektinE472dMono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, verestert mit Weinsäure
    E440(ii)Amidiertes PektinE472fMono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, verestert mit gemischten Essig- und Weinsäureester
    E461MethylcelluloseE473Zuckerester von Speisefettsäuren
    E464HydroxypropylmethylcelluloseE475Polyglycerinester von Speisefettsäuren
    E466CarboxymethylcelluloseE477Propylenglycolester von Fettsäuren
    E470aNatrium-, Kalium- und Calciumsalze von FettsäurenE481Natriumstearoyl-2-lactylat
    E500NatriumcarbonateE503(ii)Ammoniumhydrogencarbonat
    E500(i)NatriumcarbonatE504Magnesiumcarbonate
    E500(ii)NatriumhydrogencarbonatE504(i)Magnesiumcarbonat
    E501KaliumcarbonateE507Salzsäure
    E501(ii)KaliumhydrogencarbonatE508Kaliumchlorid
    E503AmmoniumcarbonateE509Calciumchlorid
    E503(i)AmmoniumcarbonatE511Magnesiumchlorid
    E514NatriumsulfateE525Kaliumhydroxid
    E514 (i)NatriumsulfatE526Calciumhydroxid
    E514(ii)NatriumhydrogensulfatE535Natriumferrocyanid
    E515KaliumsulfateE536Kaliumferrocyanid
    E515(i)KaliumsulfatE551Siliciumdioxid
    E515(ii)KaliumhydrogensulfatE552Calciumsilicat
    E516CalciumsulfateE579Eisen-II-gluconat
    E524Natriumhydroxid
    E901BienenwachsE941Stickstoff
    E903CarnaubawachsE942Distickstoffmonoxid
    E904SchellackE948Sauerstoff
    E1103InvertaseE1105Lysozym

    Die Verwendung aller anderen Zusatzstoffe ist nicht zulässig und natürliche Alternativen werden, sofern verfügbar, bevorzugt. Sind Zusatzstoffe enthalten, welche in oben stehender Liste nicht genannt werden, so wird deren Verwendung seitens der ARYZTA in Frage gestellt und es muss durch den Lieferanten nachgewiesen werden, dass deren Einsatz technologisch notwendig ist.

    Anlage 3: Spezifische Anforderungen an Rohstoffe

    Ei bzw. Eiprodukte

    Für Monoprodukte dürfen ausschließlich Hühnerei und Hühnereiprodukte aus Boden- oder Freilandhaltung verwendet werden. Flüssigei für HIESTAND muss aus Freilandhaltung stammen. Hühnerei, welches als Unterzutat z.B. in Backmitteln enthalten ist, stammt ausschließlich aus Freilandhaltung, sofern ARYZTA keine anderslautende Vorgabe äußert.

    Der Nachweis einer lückenlosen KAT-Zertifizierung ist auf Anforderung vorzulegen.

    Verpackung: Für Flüssigei unzulässig ist die Verpackung in Bag-in-Box-Systemen mit einer Um- verpackung aus Karton. Alternativ hierzu wird die Lieferung in blauen Kunststoffbeuteln und Kunststoffkisten akzeptiert. Es erfolgt eine aseptische Abfüllung des Produktes in eine dementsprechend aseptische Verpackung.

    Fette und Öle

    Die Rohstoffe enthalten keine hydrogenierten bzw. gehärteten/ teilgehärteten Fette oder Öle. Einzige Ausnahme diesbezüglich stellt die Stoffgruppe der Emulgatoren dar. Sollten diese auf Basis gehärteter Fette hergestellt worden sein, so ist dies in der zugehörigen Rohwaren- Spezifikation anzugeben.

    Der Einsatz von Palmfetten/ Palmölen – auch als Ursprung für Zusatzstoffe wie z.B. Emulgatoren – ist grundsätzlich zu vermeiden. Besteht diese Möglichkeit nicht, gilt:
    Ein Lieferant, der Produkte bzw. Produkt-Rohstoffe mit dem botanischen Ursprung Palm (Elaeis guineensis) an ARYZTA liefert, ist Mitglied im RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) und mindestens nach dem Segregated-Lieferkettenmodell zertifiziert. Kein Zertifizierungssystem außerhalb RSPO wird für Nachhaltigkeit akzeptiert.

    Produkte mit dem botanischen Ursprung Palm bzw. Produktrohstoffe mit diesem Ursprung müssen auf Wunsch von ARYZTA in Mass Balance-Qualität und Segregated-Qualität geliefert werden können.

    Milchprodukte

    Wird für die Herstellung bestimmter Zutaten (wie z.B. Käse, Molkenpulver) Lab eingesetzt, so ist generell sicher zu stellen, dass es sich ausschließlich um mikrobielles Lab handelt.

    Butter

    Die Butter für die ARYZTA Bakeries Deutschland GmbH wird mit einer Temperatur von 4-10°C angeliefert. Andere ARYZTA-Standorte erhalten die Butter mit der jeweils individuell vereinbarten Anliefertemperatur.

    Mehl

    An Aryzta geliefertes Mehl muss eine stets gleich bleibende Qualität aufweisen. Es gelten die in der zugehörigen Rohwaren-Spezifikation definierten und vereinbarten chemisch-physikalischen Mehlqualitätsparameter. Diese werden bei jeder Lieferung konstant eingehalten.

    Es wird grundsätzlich nur Mehl geliefert, welches in Deutschland hergestellt wurde. Das für die Herstellung verwendete Getreide stammt ebenfalls aus Deutschland. Ausnahmen hiervon können nach vorheriger schriftlicher Abstimmung mit ARYZTA erfolgen. In diesem Fall kann auch Mehl aus dem europäischen Ausland zugegeben werden, sofern die in der jeweiligen Spezifikation vereinbarten Qualitätsparameter aufgrund natürlicher Einflüsse ansonsten nicht eingehalten werden können.

    Für die Herstellung der gelieferten Weizenmehle werden lediglich die Weizenarten A- und E- Weizen eingesetzt. Die Verwendung von B-Weizen ist zuvor mit ARYZTA schriftlich abzustimmen.

    Die Mehle müssen vor der Auslieferung mindestens 3 Tage abgelagert sein.

    Bei Anlieferung mit einem Silofahrzeug gewährleistet der Lieferant, dass das Mehl am jeweiligen ARYZTA-Standort vor dem Befüllen des örtlichen Mehlsilos ein Kegelsieb mit einer Maschenweite von maximal 5mm sowie einen Magneten passiert. Während des Abladens vor Ort wird aus dem Lieferfahrzeug in Anwesenheit eines ARYZTA-Mitarbeiters und des Lieferanten ein Doppelmuster entnommen. Dieses Mehlmuster wird in von uns festgelegten Abständen durch ein externes akkreditiertes Labor auf unsere Kosten analysiert. Bei Abweichungen von der vereinbarten Qualität kann das Rückstellmuster auf Verlangen und Kosten des Lieferanten ebenfalls durch das betreffende Labor untersucht werden.

    Eine stundengenaue Belieferung sowie die Wochenendbelieferung mit Silomehlen wird gewährleistet.

    ARYZTA erhält ein chargenbezogenes Analysenzertifikat bezüglich der in der Spezifikation vereinbarten chemisch-physikalischen Parameter zu jeder Anlieferung.

    Vor der Umstellung jeglicher Mehlsorten von aktueller Ernte auf neue Ernte werden dem jeweils betroffenen Standort Muster für Testläufe zur Verfügung gestellt. Die Lieferung dieser Mustermengen erfolgt in Absprache mit den jeweiligen Werksleitern sowie dem lokalen Einkauf. Die Testergebnisse werden dem Lieferanten mitgeteilt. Erst nach der Freigabe durch ARYZTA erfolgt eine Umstellung auf die neue Ernte. Diese erfolgt stets in einem einzigen Schritt, d.h. Vermischungen von aktueller und neuer Ernte sind nicht zulässig.

    Der Einsatz von Hilfs- oder Zusatzstoffen (z.B. Malzmehl) in Weizenmehl ist generell nicht erlaubt. Lediglich die beiden Mehlbehandlungsmittel Natriumdiacetat und Ascorbinsäure dürfen wie folgt verwendet werden:

    • ARYZTA Bakeries Deutschland GmbH: Dem Weizenmehl darf nach Absprache während der Sommermonate (Zeitraum entsprechend der Vereinbarung in der Spezifikation) ausschließlich das Mehlbehandlungsmittel Natriumdiacetat E262ii (0,08%, Toleranzbereich: 0,07-0,1%) zugesetzt werden.
    • HIESTAND Deutschland GmbH: Dem Weizenmehl darf nach Absprache während der Sommermonate (Zeitraum entsprechend der Vereinbarung in der Spezifikation) ausschließlich das Mehlbehandlungsmittel Ascorbinsäure E300 (maximal 0,002%) zugesetzt werden.
    • EBS GmbH: Dem Weizenmehl darf nach Absprache ausschließlich das Mehlbehandlungs- mittel Ascorbinsäure E300 (maximal 0,001%) zugesetzt werden.

    Pflanzenfasern

    In den an ARYZTA gelieferten Rohstoffen dürfen Pflanzenfasern (z.B. Apfel-, Citrus- oder Weizenhalmfasern) nur dann eingesetzt werden, wenn sie aus den essbaren Anteilen der jeweils verwendeten Pflanzenart gewonnen wurden und die ernährungsphysiologische Wirkung in Form einer Erhöhung des Ballaststoff-Gehaltes im Rohstoff und damit letztendlich auch in unserem Endprodukt im Vordergrund steht. Der Ballaststoff-Gehalt unseres Endproduktes muss > 3% betragen. Dies ist noch während der Entwicklungsphase in Kooperation mit ARYZTA zu prüfen. Der Einsatz von Pflanzenfasern aus rein technologischen Aspekten ist untersagt.

    Saaten, Ölsamen, Nüsse, Trockenfrüchte, Gewürze

    Die Reinigung dieser Rohstoffe erfolgt effektiv und umfassend bis zu einem maximal möglichen Reinheitsgrad, dieser beträgt jedoch mindestens 99,95%.

    Sofern erforderlich werden die unter diesem Punkt genannten Rohstoffe vor der Auslieferung an ARYZTA in einem entsprechenden Betrieb in Europa nachgereinigt. Um die mikrobiologische Sicherheit gemäß Vereinbarung in der zugehörigen Spezifikation zu gewährleisten erfolgt bei Bedarf zusätzlich eine Entkeimung.

    ARYZTA behält sich das Recht vor, individuelle und von den zuvor genannten Anforderungen abweichende Festlegungen zu treffen (z.B. aufgrund spezieller Kundenanforderungen, bestimmter Vorfälle etc.).

    Leinsaat

    Für Leinsaat wird ARYZTA zu jeder Lieferung ein Genetic-ID-Zertifikat bezüglich CDC Triffid Flax (Event FP967) zur Verfügung gestellt. Alternativ dazu werden auch chargenbezogene Prüfberichte bezüglich CDC Triffid Flax (Event FP967) anderer, dafür akkreditierter externer Labore akzeptiert. Dies bedarf jedoch der Zustimmung von ARYZTA.

    Es wird Ware europäischen Ursprungs bevorzugt. Vor der Belieferung mit Ware nichteuropäischen Ursprungs ist die schriftliche Zustimmung seitens ARYZTA erforderlich. Nicht akzeptiert wird Ware mit dem Ursprung USA oder Kanada.

    Rohstoffe tierischen Ursprungs

    Der Lieferant gewährleistet die Einhaltung und Erfüllung geltender Tierschutzstandards und stellt sicher, dass das Stallpersonal die fachliche Befähigung für eine sachgerechte Tierbeobachtung und Tierbetreuung besitzt. Dies wird durch regelmäßige Schulungen sichergestellt.

    Schinken

    ARYZTA wird vor Freigabe der Rohwarenspezifikation und im Folgenden 1x jährlich ein amtliches Gutachten des zuständigen Veterinäramtes vor Ort zum Nachweis der Verkehrsfähigkeit als “Schinken” unaufgefordert zur Verfügung gestellt. Dieses Gutachten beinhaltet neben einer chemisch-physikalischen Analyse auch ein histologisches Gutachten.

    Schokoladenerzeugnisse

    Kakaopulver als Monoprodukt sowie Kakao in Schokoladenerzeugnissen muss dem Nachhaltigkeits-Standard UTZ (= Programm zur Zertifizierung von Agrarprodukten nach ökonomischen, sozialen und ökologischen Standards) entsprechen und mindestens in Mass Balance-Qualität geliefert werden.

    Die Verwendung von nicht zertifiziertem Kakao bedarf vorab der Zustimmung durch ARYZTA.

    Guarkernmehl

    Der Einsatz von Guarkernmehl ist generell nicht erwünscht.

    Sollte aufgrund einer Ausnahmeregelung in Absprache mit ARYZTA doch Guarkernmehl mit dem geographischen Ursprung Indien als Rohstoff oder Unterzutat eines Rohstoffs geliefert werden, so entspricht dessen Einfuhr aufgrund des Risikos einer Kontamination mit Pentachlorphenol und Dioxinen der EU-Durchführungsverordnung 2015/175 in aktuell gültiger Fassung.

    Soja

    An ARYZTA gelieferte Produkte enthalten keine Unterzutaten mit dem botanischen Ursprung Soja.